Wie erfolgreiches Risikomanagement einen Shutdown/ Turnaround um 4 Tage verkürzte

Im Frühjahr 2020 arbeitete T.A. Cook mit einer nordamerikanischen Raffinerie zusammen, um Stillstands-Risiken besser zu managen und so ihre Kostenziele und den Zeitplan zu erreichen. Ein erfahrenes Team von Risikomanagement-Beratern entwickelte einen Plan, der die Projektrisiken hinsichtlich potenzieller Auswirkungen auf die Dauer der Anlagenabstellung, die Kosten und die entgangenen Produktionseinnahmen priorisierte. Während der Vorbereitungs- und Ausführungsphase stellte T.A. Cook mit dem Kundenteam sicher, dass die Risiken beseitigt bzw. auf ein akzeptables Maß reduziert wurden. Der Kunde konnte seine Zielerwartungen übertreffen und fundiertere Geschäftsentscheidungen zu geplanten Investitionsprojekten treffen:

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Auswirkungen der Top-5-Risiken beseitigt bzw. abgeschwächt

3 Mio. $

unter dem geplanten Stillstands-Budget abgeschlossen

4 Tage

früheres Wiederanfahren der Raffinerie als geplant

c

6 Investitionsprojekte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben

Herangehensweise

Auf der Grundlage einer Analyse des Risikomanagement-Prozesses des Kunden, anschließender Interviews mit der Stillstands-Funktionsgruppe und eines detaillierten Deep Dive des Risikoregisters wurde ein Risikomanagementplan entwickelt.

Eine gründliche Bewertung durch T.A. Cook ergab, dass der Risikomanagement-Bewertungsprozess des Kunden die Risiko-Eintrittswahrscheinlichkeit und die wichtigsten Konsequenzen nicht berücksichtigte. Diese Konsequenzen sind z. B. Auswirkungen auf den Zeitplan (mehr Ausführungstage und daraus resultierende entgangene Produktionseinnahmen) oder erhöhte Shutdown/ Turnaround-Ausführungskosten aufgrund einer längeren als der geplanten Dauer. Solche Unzulänglichkeiten verhinderten, dass die verknüpften Auswirkungen der Stillstands-Risiken auf Zeitplan, Kosten und entgangene Produktionseinnahmen bewertet werden konnten.

Die Verbesserung des Risikobewertungsprozesses ermöglichte es, die Risiken richtig zu identifizieren und einzustufen. Die fünf am höchsten klassifizierten Risiken umfassen: Ein unzureichendes Scope-Freeze-Modell, ein nicht integrierter Zeitplan, Fluktuation von Schlüsselpersonal für die STO-Vorbereitung, unterschiedliche Aufwandseinschätzungen für Arbeitspakete bei den Planern, ein unzureichendes Arbeitsgenehmigungssystem und schließlich Wetterbedingungen, die bei der Planung nicht berücksichtigt wurden. 

Prognostizierte Auswirkungen der Top-5-Risiken
Mit Hilfe des T.A. Cook-Risikosimulationsmodells wurden die Auswirkungen der Top-5-Risiken auf die Gesamtkosten, den Zeitplan und die entgangenen Produktionseinnahmen mit einem Mittelwert von 106,9 Millionen Dollar und einem 90%-Konfidenzintervall von 100,7 Millionen Dollar bis 133,5 Millionen Dollar ermittelt. Die erwartete Terminverzögerung durch die Top-5-Risiken beträgt im Durchschnitt 1,8 Tage mit einem 90%igen Konfidenzintervall von 0,1 bis 5,2 Tagen



Tatsächliche Ergebnisse

Die Infragestellung seines unzureichenden Scope-Freeze-Modells ermöglichte es dem Kunden, 6 Kapitalprojekte, die noch nach dem Scope-Freeze aufgrund ihrer Gesamtdauer  und der Auswirkungen auf den Dollar eingebunden werden sollten, zu streichen. Die Verknüpfung zuvor getrennter Zeitpläne für Arbeiten vor und während der Ausführung, sowohl für Investitionsprojekte als auch für die Instandhaltung ergab, dass Vorbereitungsarbeiten erst während der Ausführung des Stillstands realisiert wurden. Dieses Problem wurde mit der Zuweisung zusätzlicher Ressourcen entschärft. So konnten notwendige Arbeiten vor der Abschaltung abgeschlossen werden. Es wurden gemeinsam Vorlagen für die Aufwandsplanung aus Time-on-Tool-Studien für jeden Anlagentyp entwickelt und die Planer vor Planungsbeginn geschult.

Während der Stillstands-Ausführung traten mehrere Probleme mit elektronischen Arbeitserlaubnissen auf, mit dem Resultat, dass die Baustelle wieder zu Papier-Arbeitserlaubnissen wechseln wollte und folglich auch den Zeitplan aufgab. T.A. Cook riet jedoch, die Probleme mit den elektronischen Arbeitserlaubnissen zu beheben und die Arbeiten gemäß dem Zeitplan auszuführen. Mehrere Schlechtwetterereignisse traten auf und wurden in der Gesamtdauer des Projekts berücksichtigt, doch die Dauer der Wetterereignisse selbst, war nicht im Zeitplan enthalten.

Ergebnisse

Die Entwicklung und Einführung eines Risikomanagement-Plans ermöglichte es der Raffinerie, den Stillstand in Höhe von 97 Millionen Dollar (3 Millionen Dollar unter dem Budget) und 4 Tage früher als geplant abzuschließen mit einem entsprechenden Anstieg der Produktionseinnahmen von 4,5 Millionen Dollar.

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