Der Weltenwandler

Der Weltenwandler

Der Weltenwandler

Als gebürtiger Kanadier mit kroatischen Wurzeln verbindet Matthew Popovacki das Beste zweier Welten: nordamerikanische Zielstrebigkeit und europäischen Charme. Das Resultat: ein cooler Typ, der stets alles aus sich rausholt – im Geschäftsleben wie im Sport.

Text: Florian Flicke

 

Die Frage nach der Heimat ist für jemanden wie ihn schwer zu beantworten. „Meine Familie ist so eine Art Hybrid aus europäischen und nordamerikanischen Einflüssen“, sagt Matthew Popovacki lachend. Geboren in Toronto, verwurzelt mit der Familiein Europa – genau dieser Mix aus Herkunft, Tradition
und verschiedenen Kulturen macht für den T.A.Cook-Manager das Leben lebenswert. Der jährliche
Sommerurlaub in Kroatien, wo ein Teil seiner Familie noch immer lebt, ist ein gutes Beispiel.

Seit 2008 besuchen Popovacki und seine Frau zunächst das Hotel Excelsior in Dubrovnik, das Ziel ihrer Hochzeitsreise und noch immer ein Ort, an dem sie perfekt entspannen können und alte Freunde treffen. Anschließend geht es nach Zagreb. Der Name der Hauptstadt stammt der Legende nach vom kroatischischen Wort für „schöpfen“.

Und genau dort kann Matthew am besten abschalten und neue Kraft schöpfen. „Die Menschen sind hier einfach entspannter. Ich bin immer wieder fasziniert und begeistert, wie viel Zeit sie sich etwa noch fürs Essen nehmen.“, erzählt der 42-Jährige.

Arbeiten mit europäischem Background


Tatsächlich hat die Liebe zum Land an der Adria im Lauf der Jahre auf ganz Europa abgefärbt. Bei jedem Flug über den Atlantik versucht Popovacki Abstecher in andere Metropolen wie Barcelona oder Rom zu unternehmen. Der Manager, schon beruflich extrem viel unterwegs, liebt auch privat das Reisen. Genau diese Mischung aus nordamerikanischen und europäischen Einflüssen gab letztlich auch den Ausschlag, als sichder gebürtige Kanadier 2014 unter vielen Offerten für den Beraterjob bei T.A. Cook entschied.

„Ich wollte unbedingt zu einer international aufgestellten Firma, aber mit europäischem Background. Das war das Zünglein an der Waage“, erinnert er sich. „Ich bin sehr strukturiert. Genau dafür sind die Deutschen ja auch bekannt. Also dachte ich: Das wird schon passen.“ Und es passt. Auch wenn das Timing seines Wechsels zu T.A. Cook in die Krise der Ölindustrie fiel. Für Popovacki war das eher
ein Ansporn denn ein Grund zur Sorge.

Ums Besserwerden gerade im herausfordernden Umfeld  – darum dreht sich bei ihm beruflich alles. „Produktivitätsverbesserung“, „Effizienzerhöhung“, „Prozessoptimierung“ sind tägliche Vokabeln für den Manager, der den Grundstein seiner Karriere 1996 mit einem Abschluss in Economics and Business Administration an der kanadischen Brock University gelegt hat. Bei T. A. Cook liegt sein Hauptaugenmerk derzeit auf TAR-Projekten für Kanadas Ölindustrie. Zuvor war er bereits zehn Jahre lang als Berater in anderen Branchen tätig. Denn sein Handwerkszeug hat Popovacki eigentlich aus der Automobilindustrie. Dort lernte er sein Geschäft von der Pike auf, war unter anderem Schweißer und Monteur. „Das hilft mir heute noch. Ich weiß, worum es geht, wenn ich mit Arbeitern über die Durchführung von Instandhaltung spreche.“

„Erfolg ist das Ergebnis von solider Vorbereitung, harter Arbeit und vor allem der Fähigkeit, aus früheren Fehlern zu lernen.“

Erfolg braucht Leidenschaft

Bei aller Lockerheit ist er beruflich wie privat stets fokussiert: „Erfolg ist das Ergebnis von solider Vorbereitung, harter Arbeit und vor allem der Fähigkeit, aus früheren Fehlern zu lernen.“ Wenn Popovacki so spricht, spricht der Leistungssportler. In seiner Jugend spielte er ambitioniert Eishockey, trainierte noch vor der Schule im Morgengrauen im Fitnessstudio und stand fünf von sieben Tagen die Woche abends mit seinem Teamin der Junior Hockey League auf dem Eis.

Und doch entschied er sich mit 19 Jahren gegen den Sprung ins Profilager. „Irgendwann musste ich abwägen. Hoffe ich auf die kleine Chance eines Millionenvertrages im Sport oder setze ich auf die akademische Laufbahn“, sagt Popovacki. Er hat für sich genau richtig entschieden. Doch der Leistungssport bleibt auf ewig Teil seines Lebens. Bis heute zieht er große Kraft und Motivation
aus der Zeit als Flügel- und Center-Spieler. „Das Wichtigste, was ich beim Sport gelernt habe, ist: Wenn du das, was du tust, nicht mehr mit Leidenschaft tust, bist du schlicht nicht mehr so erfolgreich. Wenn du dich selbst nicht mehr forderst, werden andere, die fleißiger sind, irgendwann aufholen und dich schlagen.“

Diese Philosophie lebt er nicht nur für sich selbst jeden Tag aufs Neue, Popovacki versucht sie auch seinen Kunden zu vermitteln. Dabei sieht er sich nicht als „zugekauften Außenseiter“, sondern empfindet sich als Teamspieler und Trainingspartner. „Im Projekt verfolgen wir alle ein gemeinsames Ziel“, zieht Popovacki erneut eine Parallele zum Sport. In der heute schnell getakteten Wirtschaftsumgebung sei es ein Leichtes, aus den Augen zu verlieren, wie wichtig die Menschen für jedes Geschäft sind. Popovacki ist deshalb stolz darauf, dass aus vielen Businesskontakten längst Freundschaften entstanden sind. Umso besorgter war er im Frühjahr 2016 angesichts der Feuerwalzen, die die Region der Ölsande um FortMcMurray in der kanadischen Provinz Alberta bedrohten. „Ich hatte große Angst um Kollegen und Freunde und schrieb sofort etliche E-Mails, um zu fragen, ob alles okay ist“, erinnert sich der T.A. Cook-Manager. Zum Glück wurden sie schnell beantwortet.

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