Mit der Nachfrage Schritt halten:

Mit der Nachfrage Schritt halten:

Die aktuelle Nagelprobe für Metallurgie-Unternehmen

Schon die alten Griechen und Römer benutzten Zink. Heutzutage befindet sich das metallische Element in Ihrer Sonnencreme, wo es die Sonnenstrahlen von Ihrer Haut reflektiert. Zudem tragen seine einzigartigen Eigenschaften dazu bei, Korrosion zu stoppen, was es für den Automobil- und Flugzeugbau von unschätzbarem Wert macht. Zink ist auch ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung vieler anderer Produkte wie beispielsweise Farben, Gummi, Kosmetik, Arzneimittel, Seifen und Batterien. Es wäre also kein Wunder, wenn die Zinknachfrage in den nächsten Jahren weiter steigt.

 

Und doch stehen die Metallurgie-Unternehmen vor einem Problem: Eine schwierige Gemengelage aktueller Herausforderungen macht es den produzierenden Unternehmen schwer, mit der beispiellosen Nachfrage Schritt zu halten. Sie stehen unter enormem Druck, mit kostengünstigen Anbietern aus China zu konkurrieren, die die europäischen und amerikanischen Märkte aggressiv mit ihren Produkten überfluten. Ihr Strombedarf ist ebenso astronomisch wie die daraus erwachsenden Kosten. Und die Rohstoffpreise schwanken extrem. So scheint es in dieser Situation fast einfacher, Geld zu verbrennen als einen Gewinn zu erzielen – den enormen Anstrengungen, dieses begehrte Metall herzustellen, zum Trot

Nirgendwo sind diese Bemühungen so sichtbar wie in der Produktion. Die riesigen, sechs bis sieben Meter hohen Kugelmühlen, die das Erz zerkleinern, sind nur ein Beispiel für die notwenigen Anlagen, mit denen hochqualifizierte Techniker und Ingenieure zu kämpfen haben. Wenn es keine Kontrollen gibt, frühzeitig Fehler in der Anlage zu erkennen, hat der Ausfall der Kugelmühlen katastrophale Auswirkungen auf den sequentiellen Fertigungsablauf – und natürlich auf das finanzielle Ergebnis des Standortes.

„Der Einsatz von Daten kann zudem helfen, den unerwarteten Ausfall von Maschinen zu verhindern."

Maximilian Tan, Senior Manager bei T.A. Cook

„Die Kugelmühle in der Anlage eines unserer neuen Kunden ist immer wieder ausgefallen. Sie musste wiederholt zu astronomischen Kosten repariert werden“, sagt T.A. Cook-Berater Maximilian Tan. Er fügt hinzu: „Und dennoch versteht man schnell, was an den Standardprozessen zu optimieren ist, wenn man die grundlegenden Ursachen für diese Ausfälle untersucht. Da wäre z. B. die Motorenüberhitzung, weil zu viel Material in die Mühle eingebracht wird. Die Lösung kann etwa in der Einführung häufigerer Inspektions- und Wartungszyklen bestehen. Dadurch werden Ausfälle vermieden, weil man sie besser voraussehen kann.“

Dann wären da noch die Schmelzöfen, die Dreh- und Angelpunkte in der Zinkproduktion sind. Ihre Innenverkleidungen müssen ungefähr alle 15 Jahre ausgetauscht werden. Aber überprüft irgendjemand ihren Zustand? Sind die maßgeschneiderten feuerfesten Ziegel in der Kuppel sicher? Wenn sie ausgetauscht werden müssen, können sie dann im Notfall vor Ort beschafft werden, damit es zügig mit der Produktion weitergehen kann? Ebenso ist ein Zeitplan für vorbeugende Wartungsmaßnahmen und die Bereitstellung von Ersatzteilen eine Alternative zu Reparaturarbeiten, nachdem das Kind bereits in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen ist.

 

„Der Einsatz von Daten kann zudem helfen, den unerwarteten Ausfall von Maschinen zu verhindern. Bei den meterhohen Ventilatoren zum Beispiel, die zur Kühlung in einigen Produktionsphasen benötigt werden. Durch das Aufzeichnen und Auswerten von Sensor-Daten von beispielsweise Vibrationen der Lüfter, lassen sich sechsstellige Reparaturkosten verhindern, indem man geplante instand haltende Maßnahmen durchführt bevor ungeplante Reparaturen notwendig sind.“, erklärt T.A.- Cook Manager Maximilian Tan. „Es ist entscheidend, Probleme zu vermeiden und die Anlagen auf einem hohen Niveau zu halten. Wenn die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) steigt, hat unser Kunde einen positiven Schritt unternommen zur Vermeidung kritischer Probleme, die Effizienz und Gewinn eingeschränkt haben. Es geht darum, realistische Anforderungen im Unternehmen zu schaffen und sich dann strikt an sie zu halten, um finanzielle Desaster zu vermeiden.“

Angesichts der Herausforderungen, mit denen sich Metallurgie-Unternehmen konfrontiert sehen, machen viele Firmen häufig einen offensichtlichen Fehler, um kurzfristig Kosten zu senken: Sie rationalisieren den Personalbestand, ohne gleichzeitig ihre Prozesse zu verbessern und die Effizienz der Mitarbeiter zu erhöhen. Dies war eine weitere Herausforderung, der sich T.A. Cook gemeinsam mit dem Kunden aus der Metallurgie stellte.

Dem früheren Rat einer großen Beratungsfirma befolgend hatte dieser rund 30 Prozent seiner Mitarbeiter entlassen, ohne aber die bestehenden Prozesse entsprechend anzupassen. Das Ergebnis war eine erschöpfte Belegschaft, hoher Krankenstand mit einem Arbeits-Backlog von mehreren Jahren. Dies zog wiederum eine Menge teurer Überstunden nach sich, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. Es handelte sich um kurzfristige Flickschusterei und keine nachhaltige, langfristige Lösung. Bei näherer Betrachtung gab es viele zeitsparende Maßnahmen, die umgesetzt werden konnten - zum Beispiel, um zu vermeiden, dass die Anlage zu Wartungszwecken vollständig abgeschaltet wird, oder um einem Maschinenausfall vorzubeugen, bevor dieser eintritt.

Es sind diese kleinen, aber wichtigen Optimierungen, basierend auf Daten und realen Erkenntnissen, die große Veränderungen im Unternehmen bewirken können. Wenn Metallurgie-Unternehmen diese Denkweise übernehmen, dürften noch ein paar spannende Jahre vor ihnen liegen – trotz chinesischer Überproduktion und steigenden Energiekosten.

Zur Person

Maximilian Tan, Senior Manager

Als Senior Manager und Experte für Instandhaltung bei T.A. Cook ist Maximilian Tan verantwortlich für multinationale Projekte und Programme zur Optimierung von Anlagen in der Prozessindustrie. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Berufserfahrung und hat komplexe Instandhaltungs- und Betriebsoptimierungsprojekte für Kunden in den Bereichen Öl & Gas, Up-, Mid- und Downstream inkl. chemische und metallurgische Industrie geleitet.

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