Raus aus der Komfortzone

Raus aus der Komfortzone

„Das ist es, was unseren Job so besonders macht.“

Von Eintönigkeit hält David Woods nicht viel. Das gilt vor allem für seinen Job als Berater. Es ist die Unberechenbarkeit, die den 51-Jährigen mit dem typisch britischen Charme antreibt – und auch nach mehr als 20 Jahren noch erfüllt.

Text: Hannah Ziegler

 

David Woods ist angekommen. Auch wenn es zunächst ganz nach dem Gegenteil klingt: „Ich könnte jederzeit alles stehen und liegen lassen und am nächsten Tag nach Saudi-Arabien oder in die USA fliegen“, schwärmt er. Ein Anruf genüge. Der Job als Berater ist Woods in mehr als 20 Jahren zum Lebenselixier geworden. Er liebt es, mit Menschen zu arbeiten und neue Kulturen kennenzulernen. „Das ist es, was unseren Job so besonders macht, oder etwa nicht?“ Ein Satzende wie dieses verrät seine britische Herkunft. Genau wie sein Humor. Gewitzt, mit einem Augenzwinkern.

Der 51-Jährige ist keiner dieser Beratertypen, die ihre Vita auf den Job hin optimieren. Im Gegenteil: Seinen Lebenslauf prägen viele berufliche Stationen und Wendungen. Zwei, drei Jahre, viel länger ist der Brite selten bei einem Arbeitgeber oder in einer Position geblieben. Ungewöhnliche Ausnahmen bilden nur der Beginn seiner Laufbahn und seine Karriere bei T.A. Cook. Vor dem Studium zum Wirtschaftsingenieur an der Napier University in Edinburgh fuhr Woods fünf Jahre lang zur See. Vorwiegend auf Öl- und Gastankern.

Seit nunmehr sieben Jahren arbeitet er bei T.A. Cook. Und es klingt ein bisschen nach Bestimmung, dass sich hier der Kreis wieder schließt. „Ich besuche jetzt als Berater chemische Anlagen, die wir damals schon mit dem Schiff angesteuert haben. Das ist schon ein komisches Gefühl, weil ich nie gedacht hätte, dass ich an diese Orte jemals zurückkehren würde“, sagt Woods.

„Ich bin bei T.A. Cook in einer Position, in der ich das Reisen wieder richtig genießen kann."

Doch es liegt in seiner Art, häufig die Perspektive zu wechseln. „Ich bin nicht der Beste im Planen“, gibt er zu. Deshalb reagiere er meist spontan. Das Ergebnis ist ein Zickzackkurs, der Woods von der Uni über mehrere Stationen bei einem Bauunternehmen sowie einer Bank in die Beratung führt – und zu verschlingen droht. Bei einem amerikanischen Beratungsunternehmen steigt Woods die Karriereleiter nach oben, lernt das Geschäft von der Pike auf.

Irgendwann ist er nur noch unterwegs. „Ich hatte 30 Projekte parallel laufen“, erinnert sich Woods. „Auch damals genoss ich das Reisen, aber es begann, mich auszulaugen.“ Er gibt den Job als Training-Manager auf und wechselt zu einem belgischen Beratungsunternehmen. Doch auch dort fühlt er sich bald unwohl: immer derselbe Ort, immer dasselbe Büro. Es fehlt die Balance. David Woods muss raus, sich freilaufen, wie er es immer getan hat. Sinnbildlich dafür hat er meist die Laufschuhe im Gepäck.

„Joggen kann man überall.“ Am liebsten läuft er in Berlin. Wegen der Abwechslung. Natürlich. „Ich mag es nicht, geradeaus zu laufen. In Berlin kann ich hinter jeder Ecke etwas Neues entdecken.“ Je mehr Kurven und Wendungen, desto besser. Laufstil und Lebenseinstellung passen perfekt zu seinem Beraterjob bei T.A. Cook. Seit 2007 unterstützt er dort Unternehmen aus der Prozessindustrie bei Stillstands-und Instandhaltungsprojekten – und hat mehr denn je das Gefühl, zum Unternehmen zu gehören. „Sie kümmern sich um ihre Leute, nicht nurum die Kunden – das zeichnet sie aus.“ Woods schätzt sowohl den Umgang der Kollegen untereinander als auch die persönlichen Freiheiten, die er in seinem Job hat.

Inhaltlich geht es für ihn allerdings immer wieder raus aus der Komfortzone. Branche und Themen sind neu und so muss der gestandene Berater gefühlt von vorne anfangen. Bis heute sind ihm die Worte seines damaligen Projektleiters Markus Treiber im Ohr geblieben.

„Er sagte, es gebe kaum Situationen, mit den wir nicht schon mal konfrontiert waren. It’s easy. Don’t worry.“ Es wird sein Mantra – und gibt ihm Selbstvertrauen. Inzwischen hat der Brite sich mehr als etabliert. Neben dem Projektgeschäftleitet er weltweit Seminare und Trainings. Gerade ist er zurück aus Saudi-Arabien. „Ich bin bei T.A. Cook ineiner Position, in der ich das Reisen wieder richtig genießen kann“, sagt er. Und obwohl bereits etliche Einreisestempel seinen Pass füllen, gibt es immer noch weiße Flecken auf seiner persönlichen Weltkarte. Etwa Australien.

„Alles, was ich darüber höre, ist, die Leute seien relaxed und easy. In dieses Land würde ich doch perfekt passen“, sagt er und es klingt, als plane er bereits die nächste Reise.

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