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Innovative Start-up Lösungen für Industrie 4.0

Die Zukunft bringt vernetzte Maschinen, intelligente Fabriken und intelligente Mitarbeiter. Bei T.A. Cook versuchen wir immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein und die Erkenntnisse mit unseren Kunden zu teilen. Wir haben auch festgestellt, dass Industrie 4.0-Anwendungen ein spannendes Gebiet für Start-ups sind. In unserer Reihe werden wir die interessantesten Lösungen vorstellen.

 

Schnellboote sind flexibler und agiler als Supertanker. Zugegeben: Der Vergleich wurde schon häufig benutzt, aber er trifft zu. Kleine Start-ups tun sich bei der Entwicklung und Anwendung neuer Technologien sehr viel leichter als große Unternehmen mit gewachsenen Strukturen und Prozessen. Entsprechend große Hoffnungen setzt die weltweite Start-up-Szene auch auf ihre Rolle als Unterstützer bei der Digitalisierung und dem Aufbau einer echten Industrie 4.0.

Immerhin: 9,1 Prozent der Start-ups in Deutschland entwickeln Technologien für Industrie und Produktion, weitere zwölf Prozent beschäftigen sich mit Software-as-a-Service-Konzepten und 19,4 Prozent generell mit IT und Softwareentwicklung. Damit haben vier von zehn Gründungen zumindest Berührungspunkte zu Industrie 4.0. In den USA liegt die Quote der Tech-Start-ups sogar bei knapp 70 Prozent. Viele haben die Industrie 4.0 als Milliardenmarkt an der Schnittstelle zwischen IT und Produktion erkannt, arbeiten mit Hochdruck an ihren Lösungen und eifern erfolgreichen Vorbildern nach – wie etwa Uptake Technologies. Das 2014 gegründete Unternehmen aus Chicago hat eine Plattform zur Analyse von Maschinendaten für die vorausschauende Wartung entwickelt und wurde bereits 2015
– vor Konkurrenten wie dem Kommunikationsdienst Slack und dem Mobilitätsanbieter Uber – vom US-Wirtschaftsmagazin Forbes zum „heißesten Start-up des Jahres“ gekürt. Gründer Brad Keywell, der
zuvor unter anderem auch den Online-Rabattgutscheindienst Groupon mit aufgebaut hat, erklärte im Forbes Magazine: „Was wir hier machen, ist kein E-Commerce. Wir liefern vorausschauende Erkenntnisse, die wirklichen Mehrwert bieten – gleichbedeutend mit höherem Profit, Einsparungen
oder Sicherheit.“ Uptake bietet Machine-Learning-Algorithmen als Software-as-a-Service an, die in der Lage sind, Maschinendaten wie auch handschriftliche Einträge in Schicht- und Wartungsprotokollen zu
analysieren. Daraus leiten sie die typischen Muster eines Normalbetriebs ab und können drohende Störungen frühzeitig erkennen.

Damit setzt Keywell auf einen der drei großen Industrie-4.0.-Trends in der Instandhaltung: Condition-Monitoring und Predictive Maintenance. Aber auch für die tatsächliche Arbeit an den Anlagen, etwa mithilfe von sogenannten Wearables, sowie für die Erhebung und das Handling von Maschinendaten gibt es viele gute – und geschäftsträchtige – Ideen, wie diese weiteren Beispiele zeigen:

Trend: Wearables

ITIZZIMO

Das Start-up Itizzimo bietet eine Technologie an, die nach dem Willen der Gründer schon bald zum Alltag in den Lagerhäusern großer Versanddienstleister gehören soll. Kernprodukt ist eine Software, die unter anderem in Verbindung mit Datenbrillen wie Google Glass bei der Kommissionierung von Paketen helfen soll – aber auch in der Instandhaltung oder Turnaround-Projekten eingesetzt werden
kann. Über die Datenbrille informiert die Software während des Schichtbetriebs zum Beispiel über neue Bestellungen und blendet Art und Gewicht des benötigten Artikels ein. Ebenso kann sie Arbeits- oder Reparaturaufträge anzeigen, defekte Anlagenteile oder Ähnliches. „Überall dort, wo freihändig gearbeitet werden muss“, sagt Gründer Christopher Bouveret. Einige namhafte Kunden konnte das Start-up bereits überzeugen und hat Pilotprojekte mit Airbus, Bayer und E.ON gestartet.
www.itizzimo.com

WORKAROUND/PROGLOVE

Das Produkt, mit dem Thomas Kirchner die Industrie revolutionieren will, sieht aus wie ein Arbeitshandschuh aus dem Baumarkt. Der Gründer und CEO von Workaround hat mit dem „ProGlove“ einen elektronischen Handschuh entwickelt. Mit ihm sollen Industriearbeiter deutlich mehr in weniger Zeit schaffen – und dabei weniger Fehler machen. Ursprünglich gedacht für die Fließbandarbeit, etwa
in der Automobilindustrie, zeigt der Handschuh – gespickt mit Sensoren – während der Fertigung an, ob die richtigen Bauteile benutzt und Arbeitsschritte richtig umgesetzt werden. Ein integrierter Vibrationsmotor und eine kleine LED-Leuchte am Saum warnen rechtzeitig. Geeignet auch, um Reparaturfehler in der Instandhaltung zu vermeiden.
www.proglove.de

Trend: Datenerfassung und -management

ERMEO

Das französische Start-up Ermeo hat nicht nur eine App und ein Terminal entwickelt, sondern auch einen neuen Begriff: Augmented Documentation, die „sich selbst ergänzende Dokumentation“. Das Versprechen: Mit Ermeo verwalten Unternehmen Verfahrensdokumentationen, Instandhaltungshandbücher, Checklisten, Arbeitslisten et cetera schnell und einfach in einer App auf dem Tablet – das so zum digitalen Werkzeugkasten für Arbeiter im Feld wird. So wird jeglicher Papierkram digital, schnell zugänglich und mobil verfügbar. Außerdem erstellt Ermeo automatisch Reports und macht Kennzahlen zu Instandhaltungsaktivitäten auf einem Dashboard sichtbar. Ein erstes Proof -of-Concept lief bereits auf einer Anlage von Total in Frankreich.
www.ermeo.com

Trend: Condition-Monitoring

MACHINESENSE/ PROPHECY SENSORLYTICS

Das Start-up aus Baltimore versteht sich ähnlich wie Uptake Technologies als Anbieter von Lösungen für vorausschauende Wartung sowie die Zustandsanalyse von Industrieanlagen und Geräten wie Pumpen, Kompressoren und elektronischen Komponenten. So weit, so bekannt. Das Besondere am Ansatz von MachineSense ist das Versprechen der Gründer, mit ihrem Equipment auch beliebig alte Komponenten nachrüsten zu können – und damit Industrie 4.0 tatsächlich bezahlbar zu machen. Die Sensoren messen, etwa an Getrieben, Lagern oder Pumpen, ohnehin vorhandene Zustände wie Vibration, Temperatur und Stromverbrauch. Via Bluetooth und WLAN werden sie an einen Cloudserver übermittelt, dort verarbeitet und übersichtlich in einem Dashboard auf PC, Tablet oder Smartphone dargestellt – verbunden mit entsprechenden Empfehlungen für die Instandhaltung.
www.machinesense.com

KONUX

Konux entwickelt und fertigt Sensorlösungen auf der Basis einer opto-elektronischen Messtechnologie. Mit diesem Mess prinzip können Anwender eine Vielzahl mechanischer und geometrischer Größen wie Drehmoment, Druck, Kraft oder Winkel erfassen. Die Konux-Systemlösung hilft, Ausfallzeiten von Equipments zu minimieren. Als Alternative zu reaktiver Wartung nach Maschinenversagen oder zyklischen Inspektionen macht Konux mithilfe von Sensordatenfusion und prädiktiver Analytik die bedarfsabhängige Planung von Wartungsarbeiten möglich. Und hilft so, die optimale Nutzung von Maschinenlaufzeiten und die Steigerung der Anlagenverfügbarkeit zu verbessern.
www.konux.com

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