"Wir sind die Werkzeugmacher der Beratung."

"Wir sind die Werkzeugmacher der Beratung."

T.A. Cook unterstützt Kunden weltweit dabei, hochkomplexe Anlagen und Teams zu managen. Und das seit vielen Jahren. Die Basis bilden dabei der große Erfahrungs- und Datenschatz, die tiefe Branchenkenntnis in der anlagenintensiven Industrie sowie die Beobachtung globaler Trends. All dieses Wissen wird ganz gezielt gesammelt, aufbereitet und gemanagt.

 

 

Herr Wagner, was haben Sie heute schon gelernt?

Dass jede Technologie immer nur so gut ist, wie sie genutzt wird. Meine Kinder zum Beispiel lieben Alexa. Das führt regelmäßig schon beim Frühstück zu Chaos. Der eine ruft: „Alexa, wie wird das Wetter.“ Der andere: „Alexa, erzähl einen Witz.“ Danach soll sie Musik spielen – und ich will einfach nur, dass es ruhig ist. Das kann man auch auf Unternehmen übertragen. Momentan gibt es sehr viel Bewegung bei der Kommunikation in Teams und Projekten, etwa durch Messenger-Dienste oder webbasierte Projektmanagementsoftware. Aber auch diese Programme sind nur so gut, wie sie angewandt werden – so wie Alexa nur dann eine hilfreiche Assistentin ist, wenn sie strukturierte Anweisungen erhält.

Sie verantworten nun seit gut einem Jahr das Knowledge-Management bei T.A. Cook. Welche übergeordnete Strategie verfolgen Sie dabei?

T.A. Cook verfügt über eine große Masse an Wissen und Daten über Produktions- und Instandhaltungsprozesse und -projekte in der anlagenintensiven Industrie. Unsere Mitarbeiter haben durchschnittlich 20 Jahre Berufserfahrung – in unseren, aber auch in anderen Industrien. Meine Aufgabe ist es, dieses Wissen so zu sammeln, zu strukturieren, aufzubereiten und weiterzuverbreiten, dass unsere Berater in der Lage sind, jedem Kunden eine maßgeschneiderte Lösung anzubieten. Denn während Situationen und Aufgaben sich durchaus ähneln können, stellen wir doch fest, dass jeder Kunde anders und jede Herausforderung einzigartig ist.

"Erzähle es mir, ich werde es hören. Zeige es mir, ich werde es sehen. Lass es mich machen, ich werde es verstehen."

Chinesisches Sprichwort

Wie gehen Sie dabei vor?

Um sicherzustellen, dass unsere Experten – egal wo auf der Welt sie im Einsatz sind – nach bestem Wissen arbeiten, definieren wir Best Practices aus vorherigen Beratungsprojekten. Aber wir schauen immer auch links und rechts auf andere Industrien. Gibt es dort Ansätze, die wir übertragen oder so verändern können, dass sie für unsere Kunden passen? Dabei gilt es, kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen, die Fähigkeiten und Kenntnisse von Belegschaft und Kontraktoren und – ganz wichtig – den Faktor Zeit. Kunden erwarten eine spürbare Veränderung und signifikante Verbesserung von Prozessen innerhalb von sechs Monaten.

Ihr Job ist es also, all das Wissen über Prozesse, Projekte, Mentalitäten et cetera zu sammeln?

Genau. Wir werten alle Erfahrungen aus Projekten in unseren drei Geschäftsbereichen Consulting, Konferenzen und Engineering aus. Dazu fragen wir die Kollegen nach jedem Projekt nach ihren „Lessons learned“. Also danach, welche Methoden sie eingesetzt haben, wie diese funktioniert haben, an welchen Kennzahlen sie sich orientiert haben, welche Probleme es gab und welche Verbesserungsvorschläge sie haben. Auch über die eingesetzten Steuerungstools sprechen wir – und darüber wie man die Kommunikation mit den Kunden optimieren kann.

Und wie tragen Sie das Wissen weiter – auch angesichts der Tatsache, dass die Berater von T.A. Cook weltweit unterwegs sind?

Das ist wirklich eine Herausforderung. Rein technisch stellen wir sicher, dass jeder zu jeder Zeit auf Tools und Datenbanken zugreifen kann. Dabei müssen zentrale und lokale Speicher natürlich den gesetzlichen und Sicherheitsansprüchen beim Kunden genügen. Aus operativer Sicht geht es darum, Informationen zu filtern und die Suche danach zu erleichtern. Dafür nutzen wir verschiedene Datenbanken, Wikis und sogenannte Toolboxes.

Kurz gesagt: Sie sorgen dafür, dass allen Beratern die besten Lösungen bekannt sind und sie damit wiederum den größten Erfolg bei Kunden erzielen.


Genau. Wir sind quasi die Werkzeugmacher der Beratung und pflegen und verbessern das Handwerkszeug der Kollegen. Nehmen wir Stillstände. Das sind hochkomplexe Projekte, aber auch dabei ist es so, dass sich die Problemstellungen immer wieder ähneln. Wie können Kunden feststellen, wie weit die Vorbereitungen schon sind, wie gut sie sind, ob alle Risiken berücksichtigt sind? Dafür gibt es in unserer Toolbox zum Beispiel einen dynamischen Meilensteinplan für die Vorbereitung. Darin ist genau festgelegt, was in welchem Zeitfenster erledigt sein sollte, bis wann etwa die Logistikplanung
stehen sollte, bis wann die Ausschreibungen am Markt sein müssen und so weiter. In einem Risikoregister wiederum haben wir mehr als 40 typische Risiken benannt – und diese auch in der Ausprägung in Stufen von eins bis fünf komplett ausformuliert. Das ist also eine sehr detaillierte Bewertungsgrundlage zur Klassifizierung von Risiken. Und ein weiteres Werkzeug sind Benchmarks, etwa um die Ausführungseffizienz von Instandhaltungsorganisationen vergleichen zu können. In unserer Maindex-Datenbank haben wir zum Beispiel 53 Kennzahlen, die nur Instandhaltung beleuchten.

Sind das bereits erste Schritte in Richtung Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0?

Wir stehen noch ganz am Anfang. Mathematische Modelle können die Ergebnisse eines Investitionsprojekts oder die Performance einer Instandhaltungsorganisation bereits sehr gut vorhersagen. Bei deren Entwicklung berücksichtigen wir neben den Rohdaten immer auch die Arbeitsbedingungen in der Industrie. Aber: Die Ergebnisse bleiben immer theoretisch. Unser Knowledge- Management berücksichtigt in den Modellen deshalb immer auch Hintergründe über Arbeitspsychologie, die Erwartungen und die Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter an den Anlagen. Etwas, das wir auch den Kollegen laufend vermitteln.

Das heißt bei aller Technik: Die Menschen bleiben im Mittelpunkt, der persönliche Kontakt bleibt am wichtigsten?

Davon bin ich voll und ganz überzeugt: Es gibt dieses alte chinesische Sprichwort: Erzähle es mir, ich werde es hören. Zeige es mir, ich werde es sehen. Lass es mich machen, ich werde es verstehen. Das ist tatsächlich so. Die größte Effizienz beim Lernen entsteht, wenn Menschen Wissen direkt anwenden. Deshalb arbeiten wir, wann immer möglich, nach wie vor sehr viel mit persönlichen Trainings. Sowohl bei Kundenprojekten als auch intern.

Was ist mit digitalen Lernformaten?

Sie sind eine wertvolle Ergänzung. Wir nutzen zum Beispiel Webinare, um anstehende persönliche Trainings vorzubereiten oder bestehendes Wissen regelmäßig aufzufrischen. Genauso unsere digitalen Lernkarten „Flashcards“. Damit können die Kollegen selbst entscheiden, wann und welche Themen sie vertiefen wollen, und sich online direkt selbst abfragen. Das bieten wir in Projekten auch Kunden an, was unter anderem dann gut funktioniert, wenn sie Erfolgskontrollen hinterlegen oder sogar Zertifikate für erreichte Lernziele vergeben wollen.

Sie haben zuvor selbst sieben Jahre lang als Berater in Projekten gearbeitet. Wie sehr hilft Ihnen diese Erfahrung nun im Knowledge-Management?

Ich kenne die Praxis, ich kenne die Problemstellungen. Das hilft auf jeden Fall. Und vor allem habe ich gelernt, nicht methodenhörig, sondern pragmatisch zu sein. Es hilft nur das, was hilft. Soll heißen: Ich versuche bei Trainings oder konkreten Projektvorbereitungen immer zu hinterfragen, welche Methoden und Modelle beim jeweiligen Kunden wirklich praktikabel sind und den gewünschten Effekt bringen.

Und welche Themen werden das Knowledge-Management bei T.A. Cook im Jahr 2018 prägen??

Ich denke, wir werden noch viel mehr über sogenannte Business-Intelligence-Tools sprechen, also über oft cloudbasierte Softwarelösungen zur Aufbereitung und Darstellung von Informationen. Wir setzen heute bereits Dashboards ein, auf denen man zum Beispiel den Reifegrad einer Stillstandsplanung ablesen kann. Dort sieht man live die Anzahl der vorbereiteten Arbeitspakete pro Standort, die eingehaltenen Meilensteine oder das Volumen an geplanten Mannstunden – und kann so auf einen Blick erkennen, wo etwas im Verzug ist. Aber die Frage, wie wir all die Daten, die gesammelt werden,
noch sinnvoller darstellen und vor allem die richtigen Schlüsse daraus ziehen können, wird uns in Zeiten von Big Data und Instandhaltung 4.0 sicher noch intensiv beschäftigen.

Zur Person

Marco Wagner, Knowledge Manager

Seit 2017 leitet Marco Wagner den Bereich Knowledge Management bei T.A. Cook und ist für die Anwendung und Weiterentwicklung von Tools und Methoden für das Wissensmanagement verantwortlich. Zuvor war er 7 Jahre als Berater tätig und hat für Kunden aus der Öl, Petrochemie, Chemie und anderen anlagenintensiven Industrien komplexe Instandhaltungs- und Optimierungsprojekte geleitet.

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