Unterstützung der Instandhaltungsarbeiten direkt am Einsatzort nach Covid-19 Lockdown wieder aufgenommen

Unterstützung der Instandhaltungsarbeiten direkt am Einsatzort nach Covid-19 Lockdown wieder aufgenommen

Die meisten Instandhaltungsorganisationen haben ihre täglichen Arbeitsabläufe während der Pandemie erheblich angepasst, um eine ausreichende soziale Distanz zu erreichen. So wurden eingeschränkte Außentermine, eine „Politik der geschlossenen Türen“ für Vorgesetzte, virtuelle Besprechungen und telefonische Betreuungen kommuniziert und durchgeführt.

Jetzt wo wir wieder zu einer vorläufigen "Normalität" zurückkehren, haben nur wenige Organisationen bewusst die Rückanpassungen dieser Richtlinien diskutiert. Kürzlich sprach ich mit einem Instandhaltungsleiter über dieses Thema. "Wir haben unsere Erwartungen nie wirklich kommuniziert. So haben sich einige Mitarbeiter weniger an die Maßnahmen gehalten als andere. Es ist wahrscheinlich Zeit für einen Neustart.

"Die Covid-19-Maßnahmen haben an vielen Standorten die Anleitung und Beaufsichtigung vor Ort beeinträchtigt; dies war jedoch für das Management nicht immer sichtbar."

Um die soziale Distanz zu wahren, wurden einerseits viele Vorgesetzte angewiesen, in größeren Betrieben auf persönliche Besprechungen am Morgen zu verzichten und Besuche vor Ort einzuschränken.  Schichten und Mittagszeiten wurden gestaffelt. Dies machte es schwieriger die Crews zu managen und tagsüber Informationen über die verschiedenen Werksbereiche und Gewerke zu erhalten.

Andererseits waren Vorgesetzte durch zusätzliche und längere virtuelle Besprechungen herausgefordert. Dies führte zu deutlich umfangreicheren Arbeitstagen es blieb jedoch weniger Zeit für kritische Arbeiten wie z. B. der Anleitung und Beaufsichtigung der Crew vor Ort.

"Es ist an der Zeit, die Anleitung und Beaufsichtigung vor Ort nach dem Lockdown neu zu regeln."

Wenn Ihnen diese Situation bekannt vorkommt, ist es an der Zeit, die Anleitung und Beaufsichtigung vor Ort nach dem Lockdown neu zu regeln. Mit den folgenden Maßnahmen können Sie Ihre  Erwartungen an die Vorgesetzten überprüfen und neu definieren:

  1. Definieren und kommunizieren Sie die Erwartungen des "neuen Normalzustands" für Ihre direkten Vorgesetzten. Diese Erwartungen hängen von Ihren örtlichen Bedingungen ab und müssen möglicherweise angepasst werden, wenn es die Umstände erfordern. Das Entscheidende dabei ist, die neuen Erwartungen genauso klar zu formulieren, wie sie zum Zeitpunkt des Lockdowns kommuniziert wurden. Sie haben zum aktuellen Zeitpunkt die Möglichkeiten, Ihre Erwartungen zu überdenken: Schaffen Sie für Ihre Vorgesetzen mehr Zeit vor Ort, um mit Ihren Teams zu interagieren.

  2. Führen Sie eine Überprüfung Ihrer Sitzungen durch. Genauso wie ein Wartungsrückstand regelmäßig kontrolliert werden muss, sollten auch Ihre Besprechungen auf den Prüfstand gestellt werden werden – allem in dieser neuen Ära, in der die virtuelle Anwesenheit immer mehr zunimmt. Überprüfen Sie die Dauer, die Häufigkeit und die Teilnehmer mit dem Ziel, sie so weit wie möglich zu reduzieren. Verkürzen Sie virtuelle Besprechungen für Ihre Vorgesetzten weitestgehend, damit mehr Zeit vor Ort bleibt.

  3. Erinnern Sie die gesamte Instanhaltungsabteilung an das Ziel der aktiven Beaufsichtigung. Dieser Neustart ist eine gute Gelegenheit, das Verständnis aller für die Bedeutung einer aktiven Beaufsichtigung neu zu definieren. Vorgesetzte sind nicht dazu da, ihre Mitarbeiter zu hetzen oder sie zu überwachen – auch wenn das Gegenteil behauptet wird. Eine gute, aktive Beaufsichtigung vor Ort steigert die Produktivität der Mitarbeiter. Vorgesetzte sollten sicherstellen, dass die nächsten Aufträge für ihre Teams bereitstehen und sie bestärken Verzögerungen zu überwinden, z. B. bei der Erteilung von Genehmigungen oder beim Übergang zu einem weiteren Projekt. Insgesamt sollten sie Ihren Teams die nötige Unterstützung und Anleitung geben, damit sie produktiv bleiben.

Ihr Unternehmen hat zweifellos erhebliche Veränderungen in Zeiten der Pandemie vorgenommen. Auch wenn diese Anpassungen mit Zeit und Geduld verbunden waren, wurden sie entschlossen durchgeführt, gut kommuniziert und durchgesetzt. Lassen Sie sich nicht untätig in die "neue Normalität" treiben. Es ist an der Zeit, verlorenen Boden gutzumachen und bei der Neuausrichtung Ihrer Beaufsichtigung im Feld genauso klar und entschlossen vorzugehen.

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Zur Person

Peter Munson, Senior Manager & Global Expertise Lead Maintenance

Peter Munson verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in Instandhaltung und Operations in der Luftfahrt-, Versorgungs-, Anlagen- und Petrochemie-Branche. Er diente als Maintenance Manager, Betriebsleiter und General Manager im United States Marine Corps, wo er das Frachtflugzeug KC-130 Hercules flog. Seit seiner Pensionierung im Jahr 2013 hat Peter mit einer Vielzahl von Organisationen zusammengearbeitet, um die Betriebs- und Wartungsplanung und -ausführung zu verbessern. Er ist Absolvent des Naval Aviation Maintenance Managers Course und des planungsintensiven Weapons and Tactics Instructors Course. Er ist zertifizierter Instandhaltungs- und Reliability-Fachmann.

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